Dinge

Was bleibt a.k.a Recht zur Kapitulation

Hektik. Stress. Los geht’s. Ab die Post. Keine Zeit. Warten? Ich doch nicht. Schnell, schnell. Husch, husch. Noch 2 Minuten. 2! Bahn verpasst. Mist, verdammter. Zu spät. Schon wieder. Drückender Kopfschmerz, Presslufthammer im Kopf, Kopfhammer- Hammerkopf. Egal jetzt. Weiter geht’s. Ich muss doch noch. Was eigentlich nochmal? Vergessen. Gedächtnis wie ein Sieb. Mal Gehirnjogging machen. Ob’s hilft? Egal, keine Zeit. Weiter. Was nochmal? Achja. Und danach noch. Schon wieder soviel auf’m Zettel. Welcher Zettel? Genau, einkaufen. Kühlschrank ist auch schon wieder leer. Später. Jetzt keine Zeit. Was war noch? Und wo bleibt die verdammte Bahn? Wie soll ich das nur heute alles schaffen? Und morgen? Und übermorgen? Und überübermorgen? Wie viele Stunden hat der Tag nochmal? Welcher Tag eigentlich? Datum? Uhrzeit? Blick aufs Handy. Mist, das wird alles wieder knapp. Zu knapp. Man müsste das mal anders. Oder zumindest. Yoga hilft, sagen sie. Besser organisiert sein. Wenn ich doch bloß. Wieder nicht bedacht. Ab morgen. Diesmal wirklich. Andere schaffen das ja auch. Nur du nicht. Nur du wieder nicht. Egal jetzt. Weiter geht’s. Ampel rot. Rot – Gefahr, Zeit geht verloren. Sinnloses Gewarte. Menschengewusel. Wuselig. Was is hier los? Irgendwas verpasst? Achso, Feierabendverkehr. Feierabendverkehr? Feierabend?? Schon wieder? War doch eben erst. Kapitulation.
………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..moment mal………………….hier stimmt doch was nicht………………………..mal anhalten…………….innehalten…………………durchatmen……………………………………tief……………………………….aha, sauerstoff…………………………………blick zum himmel…………………………………sonnenuntergang………………..schön………………………….lange nicht mehr gesehen…………………………..überhaupt: sehen……………….hören……………………wahrnehmen………………….blick schweifen lassen…………………..blicke treffen sich…………………lächeln……………………menschen………………….schön………………………….nicht allein……………..

Was bleibt: Ein Eindruck, ein Gefühl, Heimat.